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Wie Big Tobacco die E-Zigarette verrät – und warum Einweg-Vapes uns alle verlieren lassen

Ich muss ehrlich sein: Als jemand, der selbst jahrelang geraucht hat, weiß ich, wie schwer der Weg weg von der Zigarette sein kann. Für mich war die E-Zigarette ein Segen. Sie war der Wendepunkt. Kein Gestank mehr, keine Asche, keine endlosen Entzüge voller Teer und Gift. Stattdessen Geschmack, Kontrolle über das Nikotin und das Gefühl, endlich selbst zu bestimmen. Ich habe die E-Zigarette nie als „Spielzeug“ gesehen, sondern als Werkzeug zur Schadensminderung. Ein Mittel, um gesünder zu leben.

Aber was gerade passiert, macht mich wütend. Wirklich wütend.

Denn jetzt stellt sich heraus: Ausgerechnet einer der größten Tabakkonzerne der Welt, British American Tobacco (BAT), versucht, die E-Zigarette politisch zu missbrauchen. Nicht um Raucher zu retten, nicht um der Gesundheit zu helfen, sondern um den eigenen Markt zu schützen – koste es, was es wolle.

Der Brief an Trump: Ein Spiel mit dem Feuer

Am 11. März 2025 hat die US-Tochter von BAT, Reynolds American, einen Brief an die US-Regierung unter Donald Trump geschickt. Inhalt: Ein Importverbot für alle Einweg-Vapes aus China. Dazu Zölle auf andere chinesische E-Zigaretten-Produkte. Begründung? Chinesische Hersteller würden angeblich unfaire Handelspraktiken anwenden und den Markt mit illegalen Produkten überschwemmen.

Das klingt im ersten Moment vernünftig. Aber schaut man genauer hin, wird klar: BAT will nicht den Markt retten. Sie wollen ihn für sich allein. Und sie schrecken dabei nicht davor zurück, politische Macht zu missbrauchen.

Reynolds hat 10 Millionen Dollar an ein Pro-Trump-Super-PAC gespendet. Die Lobbyfirma dahinter ist tief mit Trumps Umfeld verflochten. Das ist kein Zufall. Das ist Kalkül.

Der wahre Grund: Die Angst der Großen vor den Kleinen

Was BAT stört, sind nicht die illegalen Produkte. Was sie stört, ist die Konkurrenz. Denn der US-Vaping-Markt ist heute nicht mehr das Spielfeld der großen Tabakmultis. Die kleinen Hersteller, oft aus China, haben sich durchgesetzt. Warum? Weil sie Hörer der Konsumenten sind. Sie liefern, was gebraucht wird: einfache, funktionierende, geschmackvolle Produkte.

Ja, viele davon sind Einweg-Vapes. Und ich bin der Erste, der sagt: Einweg ist Mist. Umwelttechnisch eine Katastrophe. Nachhaltigkeit? Fehlanzeige. Auch in Sachen Qualität und Nikotinkontrolle gibt es oft Fragezeichen. Aber: Diese Produkte haben Millionen Menschen vom Rauchen weggeholt. Und das sollte man anerkennen.

BAT hat geschlafen. Während andere Innovationen gebracht haben, wollte man lieber weiter Marlboro und Co. verkaufen. Und jetzt, wo das Schiff langsam sinkt, schreit man nach dem Staat. Nach Verboten. Nach Protektionismus.

Warum das ein Verrat an der Idee der E-Zigarette ist

Ich habe die E-Zigarette immer als Hoffnung gesehen. Nicht als neuen Markt für die Tabakindustrie, sondern als Chance für uns alle: weniger Tote, weniger Krankheit, mehr Lebensqualität. Doch diese Hoffnung wird verraten, wenn Konzerne wie BAT sie nur als Tauschobjekt betrachten. Heute gegen Einweg, morgen vielleicht gegen Aromen, übermorgen gegen den freien Handel.

Wenn BAT es wirklich ernst meint mit Schadensminderung, dann sollten sie eigene Produkte verbessern – nicht andere verbieten lassen. Sie sollten aufklären, nicht manipulieren.

Aber stattdessen betreiben sie Politik im Hinterzimmer. Kaufen Einfluss. Steuern Gesetze. Und das auf Kosten derer, die wirklich auf die E-Zigarette angewiesen sind.

Die Rolle von Trump: Retter oder Risiko?

Donald Trump hat sich öffentlich für das Dampfen ausgesprochen. Auf Truth Social versprach er, das Vaping zu „retten“. Doch gleichzeitig lässt er sich mit Spendengeldern und Lobbyisten ein, die genau das Gegenteil tun. Hier steht viel auf dem Spiel. Die Zukunft der E-Zigarette in den USA hängt davon ab, wie viel Einfluss Konzerne wie BAT wirklich bekommen.

Ein kompletter Bann chinesischer Produkte wäre ein Desaster. Nicht nur wirtschaftlich, sondern auch für Millionen Dampfer, die auf diese Produkte angewiesen sind. Und er wäre ein falsches Signal: Dass nicht Qualität oder Gesundheit zählt, sondern Macht und Geld.

Warum Einweg trotzdem keine Lösung ist

Trotz allem will ich klar sein: Ich bin kein Fan von Einweg-Vapes. Sie widersprechen allem, wofür die E-Zigarette steht. Sie sind kurzlebig, teuer, umweltschädlich. Sie machen aus einer langfristigen Hilfe ein Wegwerfprodukt.

Aber: Die Lösung ist nicht, sie per Dekret zu verbieten. Die Lösung ist Aufklärung. Die Lösung ist, bessere Alternativen zu schaffen. Refill-Systeme, transparente Nikotinregulierung, geschlossene Systeme mit Verantwortung.

Wenn wir Einweg einfach nur verbieten, treiben wir Nutzer in den Schwarzmarkt. Oder zurück zur Zigarette. Und das kann niemand wollen. Nicht ich. Nicht du. Nicht mal BAT – auch wenn es ihnen offenbar nur um ihren Aktienkurs geht.

Ein Appell an uns alle

Wir müssen wachsam bleiben. Die E-Zigarette ist zu wichtig, um sie den Großkonzernen zu überlassen. Sie ist ein Werkzeug zur Befreiung – nicht zur Kontrolle.

Lasst uns über die wahren Probleme sprechen:

  • Dass die FDA in den USA viel zu langsam arbeitet.
  • Dass Aromen verboten werden sollen, obwohl sie den Umstieg erst möglich machen.
  • Dass Medien einseitig berichten und Panik verbreiten.

Und lasst uns nicht zulassen, dass Konzerne wie BAT sich als Retter aufspielen, während sie im Hintergrund Fäden ziehen, um die Regeln für sich zu biegen.

Fazit: Für eine faire, ehrliche und menschliche Regulierung

Ich bin für Regulierung. Ich bin für Sicherheit. Ich bin für Aufklärung. Aber ich bin gegen Heuchelei. Gegen Machtspiele. Gegen die Instrumentalisierung eines der wichtigsten Gesundheitsinstrumente unserer Zeit.

Die E-Zigarette verdient Besseres. Und wir auch.

Bleib kritisch. Bleib menschlich. Und verliere nie aus dem Blick, worum es wirklich geht: Freiheit, Gesundheit, und die Chance auf ein besseres Leben.

Quelle: https://www.reuters.com/business/healthcare-pharmaceuticals/big-tobacco-targets-trump-hope-fear-change-2025-03-31/

Thomas Frohnert aka Steamshots ist leidenschaftlicher Dampfer, Technik-Enthusiast und Betreiber von steamshots.de. Seit über zehn Jahren setzt er sich intensiv mit dem Thema Dampfen und Harm Reduction auseinander. Auf seinem Blog teilt er fundierte Einblicke, ehrliche Reviews und praxisnahe Tipps rund um Aromen, Hardware und aktuelle Entwicklungen der Branche. Sein Ziel: Aufklärung ohne Hype – sachlich, verständlich und mit einem persönlichen Touch.

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