Berlin, du Hoffnungsschimmer! Wie ein Symposium zeigt, dass die E-Zigarette Leben retten kann – wenn man sie endlich lässt
Manchmal gibt es Tage, an denen man aufatmet. Tage, an denen man das Gefühl hat: „Da draußen sind noch Menschen, die wirklich verstehen, worum es geht.“ Für mich war das Symposium zur Tabakschadensminderung in Berlin so ein Tag. Und ich möchte dir erzählen, warum.
Ich bin kein Wissenschaftler. Kein Arzt. Ich bin einfach nur ein Mensch, der geraucht hat – 24 Jahre lang. Und der heute dank der E-Zigarette lebt, atmet und sich fitter fühlt als je zuvor. Ich habe gesehen, wie mein Umfeld leidet, wie Menschen an den Zigaretten zugrunde gehen. Und ich sehe auch, wie sehr die Welt sich gegen eine der effektivsten Methoden zur Rettung dieser Menschen stellt: die E-Zigarette.
Aber in Berlin, an diesem Symposium, war es für einen Moment anders.
Zahlen, die wehtun – und niemanden interessieren?
Prof. Heino Stöver war einer der zentralen Köpfe auf dem Symposium. Ein Mann mit einer Mission. Einer, der die Fakten kennt – und sie mutig ausspricht: In Deutschland sterben jedes Jahr 127.000 Menschen durch das Rauchen. Es verursacht 450.000 Krankenhausaufenthalte und 100 Milliarden Euro wirtschaftlichen Schaden. Hundert Milliarden!
Und dennoch spielt das Thema in der Politik eine Nebenrolle. Als wäre es eine kleine Randnotiz. Dabei geht es hier um unsere Mütter, Väter, Geschwister, Freunde. Es geht um uns alle.
Stöver fordert etwas, das eigentlich selbstverständlich sein sollte: eine Strategie. Eine ehrliche, mutige Tabakkontrollstrategie, die nicht nur aus Werbeverboten und Schockbildern besteht, sondern echte Hilfe anbietet. Hilfe in Form von Schadensminderung. In Form von E-Zigaretten, Nikotinbeuteln, Snus.
Die Wahrheit: E-Zigaretten funktionieren
Nicola Lindson von der Universität Oxford brachte etwas mit, das vielen fehlt: wissenschaftliche Klarheit. Ihre Cochrane-Übersicht zeigt, was viele von uns längst wissen: E-Zigaretten sind eines der effektivsten Mittel zur Raucherentwöhnung.
Und weißt du was? Das fühlt sich gut an. Nicht, weil ich Bestätigung brauche. Sondern weil ich es leid bin, mich immer wieder für meinen Weg rechtfertigen zu müssen. Ich habe aufgehört zu rauchen, weil ich dampfen darf. Nicht, weil ich Schachteln mit schwarzen Lungen gesehen habe.
Clive Bates – ein weiterer kluger Kopf auf dem Symposium – ging noch weiter. Er sagte sinngemäß: „Öffentliche Gesundheit sollte nicht durch Verbote zerstört werden.“ Denn jedes Verbot führt irgendwo zu einem Schwarzmarkt. Und auf diesem Schwarzmarkt lauern dann nicht nur überteuerte, sondern auch gefährliche Produkte. Für Jugendliche. Für Erwachsene. Für jeden.
Die Mär von der Verführung der Jugend
Eines der wichtigsten Themen war natürlich wieder: „Aber was ist mit den Jugendlichen?“
Ich kann diese Frage nicht mehr hören. Sie wird wie ein Totschlagargument benutzt, um alles zu rechtfertigen – auch unsinnige Verbote. Prof. Knut Kröger, ein Arzt mit Herz und Verstand, sprach aus, was viele denken: Die Debatte ist emotional – aber oft unsachlich.
Wenn ein Erwachsener 30 Jahre lang geraucht hat und endlich durch das Dampfen eine Chance auf ein rauchfreies Leben bekommt, dann ist das keine Gefahr für Jugendliche. Das ist eine verdammte Erfolgsgeschichte! Es ist der Anfang von Gesundheit, nicht ihr Ende.
Die aktuellen Daten zeigen: Jugendliche, die nie geraucht haben, fangen nicht massenhaft mit dem Dampfen an. Und wenn sie es doch ausprobieren, ist das noch lange kein Beweis dafür, dass die E-Zigarette das Problem ist – sondern vielleicht ein Ausdruck von Neugier. Verbote sind da der schlechteste Weg.
Das Pilotprojekt, das Hoffnung macht
Stephan Wiedemann brachte ein Praxisbeispiel mit – und das hat mich richtig bewegt. In Wohneinrichtungen für Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Suchtproblemen wurden E-Zigaretten als Alternative zum Rauchen angeboten. Kostenlos. Ohne Druck.
Und weißt du was? Die Teilnehmer waren dankbar. Sie haben gedampft. Sie haben reduziert. Und sie haben sich am Ende fast alle dafür ausgesprochen, die Methode weiter zu empfehlen.
Das ist gelebte Hilfe. Das ist Schadensminderung in Reinform. Und es ist das Gegenteil von dem, was die meisten Politiker fordern: Zwang, Verbote, Abschreckung.
Schweden zeigt, wie es geht
Wenn du wissen willst, ob ein Konzept funktioniert, schau dorthin, wo es umgesetzt wurde.
Schweden. Ein Land mit ähnlichem Nikotinkonsum wie Deutschland. Aber mit einem Unterschied: Dort wird kaum noch geraucht. Unter 5 Prozent! Die Lungenkrebsrate? Die niedrigste in ganz Europa.
Warum? Weil man dort Snus erlaubt. Nikotinbeutel. E-Zigaretten. Weil man Schadensminderung nicht als Feind, sondern als Freund sieht.
Karl Fagerström – ja, der Mann, nach dem der Fagerström-Test zur Nikotinabhängigkeit benannt ist – war ebenfalls in Berlin. Und seine Botschaft war klar: Es geht nicht darum, Nikotin komplett zu verbannen. Es geht darum, das Risiko zu minimieren. Und das geht am besten durch Alternativen.
Neuseeland: Starter-Kits statt Strafpredigten
Auch Neuseeland war vertreten – durch Ben Youdan von ASH New Zealand. Und seine Geschichte ist ebenfalls eine, die Mut macht: Die Regierung verteilte dort kostenlose Starter-Kits an Raucher. Sie sagte nicht: „Hör auf oder stirb.“ Sie sagte: „Probier das hier. Vielleicht hilft es dir.“
Und das tut es. Die Raucherraten sinken. Weil man verstanden hat: Menschen brauchen Werkzeuge, keine Verbote. Sie brauchen Hilfe, keine Schuldgefühle.
Und Deutschland?
Der Verkauf von Zigaretten? An 400.000 Automaten rund um die Uhr möglich – auch für Jugendliche oft leicht zugänglich, trotz Alterskontrollen, die in der Praxis nicht immer greifen.
Aber Nikotinbeutel? Verboten.
E-Zigaretten mit mehr als 20 mg Nikotin? Verboten.
Und die Politik? Sie schweigt. Oder schlimmer: Sie schimpft auf die Dampfer, als wären sie Teil des Problems – und nicht Teil der Lösung.
Heino Stöver sagte am Ende des Symposiums etwas, das mir nicht mehr aus dem Kopf geht: „Es ist unverständlich, warum ich jederzeit an Zigaretten komme, aber eine deutlich weniger schädliche Alternative kriminalisiert wird.“
Und genau das ist es. Unverständlich. Ungerecht. Und gefährlich.
Was ich mir wünsche
Ich schreibe diesen Artikel nicht, weil ich missionieren will. Ich schreibe ihn, weil ich glaube, dass wir in einer entscheidenden Phase stehen.
Die E-Zigarette ist nicht perfekt. Nichts ist perfekt. Aber sie ist verdammt nah dran, wenn es darum geht, Millionen Menschen eine echte Chance zu geben.
Ich wünsche mir, dass Deutschland aufwacht. Dass wir nicht länger auf eine WHO hören, die von Bill Gates und Pharmainteressen geprägt ist. Dass wir endlich anfangen, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen – und nicht politische Machtspiele.
Ich wünsche mir, dass wir sagen: Ja, Nikotin kann eine Sucht sein. Aber es ist nicht das Nikotin, das tötet. Es ist der Rauch. Und den kann man ersetzen.
Ich wünsche mir, dass wir auf Wissenschaftler hören. Auf Menschen mit Erfahrung. Auf Länder, die es besser machen.
Ich wünsche mir, dass niemand mehr Angst haben muss, in der Öffentlichkeit zu dampfen. Oder sich erklären zu müssen, warum er nicht mehr raucht.
Ich wünsche mir eine Welt, in der Aufklärung überwiegt – nicht Panikmache.
Berlin war ein Anfang
Das Symposium in Berlin hat mir gezeigt, dass es Hoffnung gibt. Dass es Stimmen gibt, die für uns sprechen. Wissenschaftler, Ärzte, Sozialarbeiter. Menschen, die verstanden haben, was Harm Reduction bedeutet: Menschenleben retten, ohne zu bevormunden.
Es liegt an uns, diese Stimmen lauter zu machen. Sie zu teilen. Zu verstärken.
Denn wenn eines klar geworden ist, dann das: Die E-Zigarette kann Leben retten.
Wenn man sie endlich lässt.
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