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Vaporesso Armour Ultra Kit – Panzer-Akkuträger für DL-Fans mit Wolkenfaible

Es gibt so Geräte, da weißt du schon beim Auspacken: Das ist kein filigranes kleines Podsystem für die Hemdtasche, sondern ein echter Klotz für Leute, die es ernst meinen. Genau in diese Kategorie fällt das Vaporesso Armour Ultra Kit.

Wir reden hier nicht von irgendeinem 0815-Pod, sondern von einem klassischen Kombi-Setup aus Akkuträger und DL-Fertigkopfverdampfer – also richtig „oldschool Dampfen“ im besten Sinne: viel Leistung, viel Dampf, viel Liquidverbrauch.

In diesem Review trenne ich bewusst zwischen Akkuträger und Verdampfer, weil beide eine ziemlich unterschiedliche Geschichte erzählen.

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Erster Eindruck & Verarbeitung

Der Name „Armour Ultra“ kommt nicht von ungefähr. Der Mod sieht tatsächlich aus, als hätte Vaporesso einen kleinen Panzer gebaut und dann einen Verdampfer oben draufgeschraubt.

  • sehr kompakte, aber massive Bauform
  • rundum gummierte und verstärkte Außenhülle
  • Kunstleder-Elemente für besseren Grip
  • alles wirkt extrem robust und wertig

Der Mod ist natürlich kein Leichtgewicht – das ist bei einem integrierten 5500-mAh-Akku und dieser Bauweise aber auch logisch. In der Hand liegt das Ding erstaunlich gut, nichts klappert, nichts scheppert, die Tasten haben einen knackigen Druckpunkt, und das Display ist sauber eingebettet.

Das ganze Package schreit nach „Outdoor“, „Werkstatt“, „Baustelle“, „Trekking-Rucksack“ oder „Fritz-Meinecke-Rucksack“. Dank der diversen Schutzklassen (IP68 / IP69K / Militärstandard) hat man schon das Gefühl: Wenn hier irgendwas nachgibt, dann eher der Boden als der Mod.


Technische Daten im Überblick (Kurz & knackig)

  • Akku: 5500 mAh, fest verbaut
  • Leistung: bis 100 Watt
  • Laden: USB-C, Schnellladen möglich (z. B. 9V/2A oder 5V/3A)
  • Display: 0,96″ TFT-Farbdisplay
  • Modi: Ecomode, Pulse, Boost, diverse TC-Modi (Ni, Ti, SS), Smart Mode
  • Verdampfer: iTank T (DL), ca. 6 ml Tankvolumen mit Bubbleglas
  • Coils im Lieferumfang: u. a. 0,2 Ohm und 0,4 Ohm GTi-Coils (Dual Mesh)

Der Akkuträger – das eigentliche Highlight

Fangen wir mit dem Teil an, der mich wirklich abgeholt hat: der Mod an sich.

Akku & Laufzeit

5500 mAh in dieser kompakten Bauform sind schon eine Ansage. Das ist deutlich mehr als die meisten klassischen Single-Akkuträger mit 18650 oder 21700. Klar: es ist ein integrierter Akku, du kannst ihn nicht wechseln. Dafür bekommst du:

  • richtig viel Reserve im Alltag
  • schnelles Nachladen über USB-C mit hohen Ladeströmen

Für mich passt das Konzept hier erstaunlich gut: Bei einem wasserdichten und stoßfesten Gerät wäre ein wechselbares Akkufach immer eine potenzielle Schwachstelle. Von daher ist der fest eingebaute Akku zwar aus Nachhaltigkeits-Sicht diskutabel, aber aus Robustheits-Sicht logisch.

Bedienung & Menü

Oben sitzt ein großer, gut erreichbarer Feuertaster, darunter das Display und die beiden Einstelltasten. Mit Fünf-Klick geht das Gerät an bzw. aus, mit Dreifachklick kommst du ins Menü.

Du hast unter anderem:

  • Ecomode – spart ein bisschen Akku, reicht im Alltag völlig aus
  • Pulse Mode – dieses typische Vaporesso-„Pulsding“, das den Zug etwas „lebendiger“ machen soll
  • Boost Mode – ballert die Leistung etwas aggressiver an
  • TC-Modi für Nickel, Titan, Edelstahl

Real Talk: Die TC-Geschichten sind nett, aber ich glaube, 99 % der Leute werden den Mod ganz normal im Wattmodus oder mit Smart Mode nutzen. Dass Nickel & Co. immer noch in den Menüs rumkullern, wirkt ein bisschen wie ein Relikt aus alten Tagen. Es ist da, schadet nicht, aber wirklich gebraucht wird es vermutlich kaum noch.

Sehr gut gefallen hat mir:

  • Smart Mode – stellt automatisch eine sinnvolle Leistung für die Coil ein (solange du nicht manuell rumfummler und irgendwo fest einstellst).
  • Leistungssperre (Watt Lock) – schützt davor, aus Versehen an der Leistung zu drehen.
  • Themes – kosmetisches Gimmick, aber nett, wenn man den Look ein bisschen anpassen will.
  • Seitlicher Lock-Schieber – mit einem Schiebeschalter an der Seite kannst du das komplette Gerät sperren. Perfekt für Hosentasche, Rucksack, Auto.

Das Display ist hell, gut ablesbar und logisch aufgebaut: Akkustand oben, Modus, Wattzahl, Schloss-Symbol, Puffcounter, Zugdauer – alles da, wo man es intuitiv erwartet.


Der Verdampfer – solide, aber (für mich) nicht mehr zeitgemäß

Kommen wir zum Teil, bei dem man stark differenzieren sollte: dem iTank T.

Aufbau & Handhabung

  • klassischer DL-Fertigkopfverdampfer
  • Topfill mit Schiebemechanismus und Silikondichtung
  • Top-Airflow – die Luftführung sitzt oben, der Tankboden ist geschlossen
  • wechselbare GTi-Coils (0,2 und 0,4 Ohm)
  • Bubbleglas mit ca. 6 ml ist im Kit vorinstalliert
  • gerades Ersatzglas mit weniger Volumen

Der Topfill funktioniert grundsätzlich gut, du kommst auch mit einer 60-ml-Chubby problemlos an die Öffnung. Wichtig: Nicht in die Mitte kippen, das ist der Kamin. Befüllt wird an der Seite in der Öffnung mit Silikondichtung.

Durch die Top-Airflow ist das Ganze konstruktiv relativ auslaufsicher – das funktioniert auch so. Aber:

Siffen, Liquid & Praxis

Was mir im Test extrem aufgefallen ist: Du brauchst bei diesem Verdampfer eigentlich immer ein Stück Küchenrolle (oder „Zewa“, wie man so schön sagt) daneben.

  • Beim Hantieren, Glaswechsel, Coilwechsel – immer irgendwo minimal Liquid an den Fingern.
  • Die Silikonlippe am Fillport hält zwar dicht, aber Liquid bleibt oben stehen, wenn man nicht sauber nachwischt.
  • Durch die sehr niedrigen Widerstände und den hohen Durchsatz hat man einfach permanent Kontakt mit Liquid.

Das ist nicht „katastrophal“, aber ich bin inzwischen verwöhnt von vielen modernen Podsystemen, bei denen du kaum noch mit Liquid in Berührung kommst. Hier war ich sehr schnell wieder in diesem „alten DL-Tank-Modus“: fummeln, wischen, sauber machen.

Dazu kommt:

  • 0,2 Ohm – sehr viel Dampf, sehr viel Liquidverbrauch
  • 0,4 Ohm – immer noch klar im DL-Bereich, aber minimal sparsamer

Das gerade Glas habe ich rein aus optischen Gründen montiert – in der Praxis war das ein Fehler. Durch das geringe Volumen bist du quasi nur am Nachfüllen, gerade bei den niedrigen Widerständen. Mit Bubbleglas ist es alltagstauglicher, aber dafür sieht es halt wieder „klassisch bullig“ aus.

Geschmack & Zugverhalten

Jetzt zum Positiven:

  • Geschmacklich ist der iTank T echt gut.
  • Krasse Dampfentwicklung, dichter, satter Dampf.
  • Zugverhalten: klassisches DL – von leicht restriktiv bis sehr offen einstellbar.

Wenn du auf Cloud Chasing, fette Wolken und volles DL stehst, bekommst du hier genau das geliefert, was du erwartest. Der Verdampfer kann was – keine Frage. Er ist nur einfach nicht mehr das, was ich persönlich im Alltag nutzen will.


Für wen ist dieses Kit geeignet – und für wen nicht?

Ganz klar: Für Anfänger ist dieses Set absolut nicht geeignet.

Warum?

  • Du hast hohe Leistungen, sehr niedrige Widerstände, extremen Liquidverbrauch.
  • Du musst wissen, was du tust, wie du Coils einsetzt, wie du sauber befüllst.
  • Falsche Leistung oder falsches Handling → Coil schnell gekillt, verbrannter Geschmack, Frust.

Für Einsteiger und Umsteiger sehe ich ganz klar Podsysteme mit moderaten Leistungen und Nikotinsalz weiter vorne – weniger Verbrauch, simpler im Handling, deutlich günstiger im Alltag (gerade bei den aktuellen Liquidpreisen).

Das Armour Ultra Kit ist eher etwas für:

  • Leute, die seit Jahren dampfen
  • bewusst DL mit viel Dampf wollen
  • Lust auf einen extrem robusten Mod haben
  • vielleicht schon einen Lieblings-Selbstwickler besitzen und nur einen „Panzer-Mod“ suchen

Das Schöne: Du kannst den Akkuträger natürlich losgelöst vom beiliegenden Verdampfer sehen. Schraub dein eigenes Setup oben drauf – dann spielt der iTank T nur noch eine Nebenrolle.


Alltag mit dem Armour Ultra

Im Alltag war für mich der Mod der Star:

  • Robustheit – du traust dich, das Ding irgendwo hinzuknallen, ohne dass du Angst haben musst.
  • Akkulaufzeit – bei moderater Leistung kommst du sehr entspannt über den Tag, auch bei DL.
  • Handling – Lockschalter, Smart Mode, schneller Zugriff auf Leistung usw. machen Spaß.

Der Verdampfer hingegen hat mich eher an alte Zeiten erinnert:

  • Ja, es ist witzig, mal wieder die Wohnung einzunebeln.
  • Ja, DL mit 0,2er Coil kann Laune machen.
  • Aber: Du siehst den Liquidstand einfach davonrasen – und mit der aktuellen Steuer ist das kein günstiger Spaß.
  • Dazu ständig irgendwo ein bisschen Liquid an den Fingern.

Im Auto oder in der Wohnung ist das für mich nichts mehr für jeden Tag. Für draußen, Stammtisch, Treffen oder „einfach mal Bock auf Wolken“ ist es wiederum nice – aber eben eine Nische.


Fazit – Panzer-Mod top, Verdampfer Geschmackssache

Unterm Strich würde ich das Kit so zusammenfassen:

  • Akkuträger:
    • Für mich einer der robustesten Mods, die ich bisher in der Hand hatte.
    • Extrem kompakte Bauform für 5500 mAh.
    • Sehr gute Haptik, sinnvolle Funktionen, Smart Mode, Lockschalter – alles drin, was man braucht.
    • Der fest verbaute Akku ist Fluch und Segen zugleich: robust und praktisch, aber nicht austauschbar.
  • Verdampfer (iTank T):
    • Geschmacklich richtig gut, Dampfentwicklung brutal.
    • Hoher Liquidverbrauch, viel „DL-Klassik“, viel Nebel – und damit auch entsprechend Kosten.
    • Handling und Sauberkeit eher so „Oldschool-Tank“: man braucht Zewa, man fummelt, man wischt.
    • Für Hardcore-DL-Fans okay, für meinen Alltag aber nichts mehr.

Wenn du also:

  • einen neuen, extrem robusten Akkuträger suchst,
  • DL dampfst,
  • und gerne etwas in der Hand hast, das sich nach „unzerstörbarer Hardware“ anfühlt,

dann ist der Armour Ultra als Mod eine ziemlich geile Wahl.

Den Verdampfer solltest du dir dagegen ganz bewusst anschauen und entscheiden, ob du wirklich wieder in diese Wolken- und Liquidverbrauch-Welt einsteigen willst – oder ob du ihn nur als „Beifang“ siehst und deinen eigenen Verdampfer draufsetzt.

Für mich persönlich:
Akkuträger: klare Empfehlung.
Beim Verdampfer enthalte ich mich – solide, aber nicht mehr meine Welt.

Thomas Frohnert aka Steamshots ist leidenschaftlicher Dampfer, Technik-Enthusiast und Betreiber von steamshots.de. Seit über zehn Jahren setzt er sich intensiv mit dem Thema Dampfen und Harm Reduction auseinander. Auf seinem Blog teilt er fundierte Einblicke, ehrliche Reviews und praxisnahe Tipps rund um Aromen, Hardware und aktuelle Entwicklungen der Branche. Sein Ziel: Aufklärung ohne Hype – sachlich, verständlich und mit einem persönlichen Touch.

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