13. Juli 2026
Die Maske ist gefallen: Wie Haushaltslöcher die Gesundheit von Millionen Dampfern fressen
Ein Kommentar von mir zur neuesten Eskalation der Tabaksteuer-Pläne. Warum die Bundesregierung sich von jeder finanzpolitischen Vernunft verabschiedet hat und sehenden Auges den Schwarzmarkt befeuert.
Es ist ein politisches Trauerspiel in mehreren Akten. Während die etablierten Medien sich heute auf die geplante Zusatz-Erhöhung von 40 Cent pro Zigarettenschachtel stürzen, wird hinter den Kulissen ein beispielloser Steuerraubzug fortgesetzt. Die Bundesregierung steckt in einer tiefen Haushaltskrise und versucht nun verzweifelt, die Löcher mit immer höheren Verbrauchsteuern zu stopfen. Die Leidtragenden? Über zwei Millionen Dampfer in Deutschland und all jene Raucher, die den Ausstieg noch vor sich haben.
Wir haben gerade erst am 1. Januar 2026 die letzte, ohnehin schon völlig absurde Stufe des alten Tabaksteuermodernisierungsgesetzes (TabStMoG) erreicht. Seitdem zahlt die Community satte 0,32 € Steuer pro Milliliter Liquid – egal ob mit oder ohne Nikotin. Das bedeutet schlappe 3,20 € reine Tabaksteuer auf ein winziges 10-ml-Fläschchen, plus Mehrwertsteuer versteht sich. Doch wer dachte, die Gier des Staates hätte damit ihren Zenit erreicht, wird jetzt eines Besseren belehrt.
Mit dem neuen Entwurf zur Schließung der Haushaltslöcher ab 2027 ist klar: Die Gier kennt keine Grenzen. Der Staat plant einen beispiellosen Steuer-Exzess.
Der BVTE schlägt Alarm: „Völlig außer Rand und Band“
Selbst die Industrieverbände, die sonst eher diplomatisch formulieren, finden keine zurückhaltenden Worte mehr. Jan Mücke, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE), bringt es in einer aktuellen Stellungnahme auf den Punkt:
„Sollten sich die Berichte bestätigen, erleben wir den größten Tabaksteuerexzess in der Geschichte der Bundesrepublik. Die Bundesregierung verabschiedet sich endgültig von jeder finanzpolitischen Vernunft.“
Der BVTE kritisiert völlig zurecht, dass die Tabak- und Liquidsteuer zunehmend zur kurzfristigen Finanzierung anderer politischer Vorhaben missbraucht wird. Haushaltslöcher mit immer höheren Verbrauchsteuern stopfen zu wollen, ist keine nachhaltige Finanzpolitik. Es ist der verzweifelte Griff in die Taschen einer konsumierenden Minderheit, die sich scheinbar am leichtesten schröpfen lässt.
Dabei basieren die gesamten Einnahmeerwartungen des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) auf völlig unrealistischen Luftbuchungen. Wer jetzt noch einmal an der Steuerschraube dreht, verschärft eine ohnehin schon dramatische Fehlentwicklung.
Die nackten Zahlen: Der schleichende Steuer-Wahnsinn (2027–2030)
Ab 2027 soll die Steuer auf Substitute für Tabakwaren einfach jedes Jahr stumpf weiter angehoben werden. Konkret sieht der Plan vor, den aktuellen Steuersatz von 0,32 € pro Milliliter schrittweise nach oben zu schrauben:
- 2027 klettert die Steuer auf 0,33 € pro Milliliter (das bedeutet eine Erhöhung um 0,10 € pro 10-ml-Flasche im Vergleich zu heute).
- 2028 steigt der Satz weiter auf 0,34 € (+ 0,20 € pro Flasche).
- 2029 werden 0,35 € fällig (+ 0,30 € pro Flasche).
- 2030 ist schließlich der vorläufige Höchststand von 0,36 € pro Milliliter erreicht (+ 0,40 € pro Flasche).
Bis 2030 wird der reine Steueranteil also auf 3,60 € pro 10 ml ansteigen. Rechnet man die 19 % Umsatzsteuer obendrauf, landen wir allein bei einer Zusatzsteuerbelastung von fast 4,30 € für ein Produkt, dessen reiner Warenwert oft bei unter einem Euro liegt!
Für leidenschaftliche DL-Dampfer, die am Tag gerne mal 10 bis 15 ml verdampfen, oder für Selbstmischer wird das Dampfen damit endgültig zum absoluten Luxusgut gemacht.
Die größte Lüge: Nikotin als Sündenbock
Warum funktioniert diese Abzocke in der breiten Öffentlichkeit so geräuschlos? Weil die Medien seit Jahren ein völlig verzerrtes Bild zeichnen. Uns wird ununterbrochen eingeredet, E-Zigaretten seien genauso gefährlich wie Tabak. Es wird gelogen, dass sich die Balken biegen. Nikotin wird in schöner Regelmäßigkeit als hochgefährliches „Nervengift“ diffamiert, um die drakonischen Steuern moralisch zu rechtfertigen.
Als jemand, der die Szene seit 2014 intensiv begleitet, kann ich nur immer wieder betonen: Nikotin ist kein Nervengift, sondern ein Stimulanz! In der Dosis, in der wir es beim Dampfen konsumieren, ist es in puncto Suchtpotenzial und Wirkung am ehesten mit Koffein im Kaffee vergleichbar.
Was die Menschen krank macht und tötet, ist nicht das Nikotin – es ist der Teer, das Kohlenmonoxid und die tausenden krebserregenden Verbrennungsprodukte beim klassischen Rauchen, die beim Dampfen schlichtweg nicht entstehen. Wer E-Zigaretten und Tabakzigaretten steuerlich nahezu gleichsetzt, betreibt keine Gesundheitspolitik. Er betreibt aktive Sterbehilfe für den legalen Fachhandel und treibt Ex-Raucher zurück zur Tabakzigarette.
Wer profitiert von diesem Wahnsinn?
Die Zeche für diesen finanzpolitischen Amoklauf zahlen am Ende die Verbraucher, der legale Handel und ironischerweise der Fiskus selbst. Denn die Rechnung der Bundesregierung wird hinten und vorne nicht aufgehen. Höhere Steuern bedeuten eben nicht automatisch mehr Einnahmen. Das haben Deutschland und zahlreiche europäische Nachbarstaaten in der Vergangenheit bereits schmerzhaft erfahren müssen.
Stattdessen verschieben sich die Marktanteile massiv:
- Der illegale Schwarzmarkt triumphiert: Wir sehen es jetzt schon an jeder Straßenecke. Die absurden Steueraufschläge treiben die Konsumenten direkt in die Arme von kriminellen Hinterhof-Händlern. Diese verkaufen unkontrollierte, potenziell gesundheitsgefährdende Flüssigkeiten ohne jegliche Qualitätskontrolle und ohne Einhaltung des Jugendschutzes unter der Hand.
- Die Pharmaindustrie reibt sich die Hände: Die Lobbyisten von Big Pharma laufen Sturm gegen die E-Zigarette, weil das Dampfen die erfolgreichste Alternative zur Tabakzigarette ist. Jeder umgestiegene Dampfer kauft keine wirkungslosen Nikotinpflaster, Kaugummis oder teuren Entwöhnungskurse mehr. Für die Pharmaindustrie ist ein gesunder Ex-Raucher ein verlorener Kunde.
- Der grenzüberschreitende Einkauf boomt: Wer im Grenzgebiet wohnt, kauft seine Liquids künftig im europäischen Ausland. Dem deutschen Staat entgehen dadurch nicht nur die erhofften Tabaksteuereinnahmen, sondern auch die Mehrwertsteuer und die Gewerbesteuern des kaputtregulierten deutschen Fachhandels.
Die Bundesregierung ignoriert all diese Warnzeichen beharrlich. Sie opfert die Chance auf eine historische Reduzierung der Raucherquote auf dem Altar der kurzfristigen Haushaltskonsolidierung. Es ist eine Politik ohne Weitblick, ohne Verstand und – vor allem – ohne jede Rücksicht auf die Gesundheit der Menschen.