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26. September 2026

Millionen gegen Dampfer: Wie Ministerien, Agenturen und NGOs das Anti-Vaping-Narrativ mit Steuergeldern füttern

Millionen gegen Dampfer: Wie Ministerien, Agenturen und NGOs das Anti-Vaping-Narrativ mit Steuergeldern füttern

Ein Blick in den Bundeshaushalt reicht, um zu verstehen, warum das Thema E-Zigarette in Deutschland medial und politisch seit Jahren festgefahren ist. Während Länder wie Großbritannien das Dampfen gezielt als Werkzeug zur Tabak-Schadensminimierung (Tobacco Harm Reduction) nutzen, regiert hierzulande das strikte Abstinenzdogma. Dahinter steckt kein Zufall, sondern ein massiver finanzieller Apparat.

Über den Bundeshaushalt flossen in den letzten drei Jahren geschätzt zwischen 25 und 35 Millionen Euro Steuergeld in Maßnahmen zur Tabak- und Nikotinprävention. Doch wer glaubt, dieses Geld wandere transparent in offene Aufklärung, irrt. Die Summen versickern in einem dichten Geflecht aus Bundesbehörden, zwischengeschalteten Media-Giganten, Kreativagenturen und staatlich subventionierten NGOs.

Dass dieses System weltweit Methode hat, habe ich bereits in meiner großen Recherche Die geheime Anti-Vape-Industrie: Wer wirklich Millionen kassiert, damit du weiter Angst vor Nikotin hast offengelegt: Von den US-Milliardären wie Michael Bloomberg, die über Stiftungen hunderte Millionen Dollar in die WHO pumpen, bis hin zur US-amerikanischen FDA, die für ihre Kampagne „The Real Cost“ Mega-Gamer wie Tyler „Ninja“ Blevins einkaufte.

Während die USA Creator ganz offen mit Schecks zuschütten, läuft der deutsche Apparat über die Hintertür. Hier sind die Zahlen, Aktenzeichen, Agenturen und Mechanismen, mit denen der deutsche Staat das Narrativ steuert.

1. Die parlamentarischen Vorboten: Wie die Regierung Social Media einkauft

Dass die Bundesregierung keine Scheu hat, Steuermillionen für bezahlte Meinungsbildung in sozialen Netzwerken zu verbrennen, ist amtlich belegt.

Ein zentrales Dokument ist die Antwort auf die Kleine Anfrage der AfD-Fraktion: die Bundestagsdrucksache 20/6676 vom 4. Mai 2023. Darin musste die Bundesregierung ihre Werbeausgaben für die Jahre 2020 bis 2022 offenlegen. Das Ergebnis: Die Ausgaben stiegen von rund 116,7 Millionen Euro (2020) auf gigantische 194,6 Millionen Euro im Jahr 2022.

Bereits zuvor hatte die Bundestagsdrucksache 19/21280 enthüllt, wie das Bundesgesundheitsministerium (BMG) agiert. Fast 100 reichweitenstarke Influencer – von Aaron Troschke über Abgegrieft bis hin zu Laserluca – wurden damals über Agenturen dafür bezahlt, staatliche Botschaften in jugendliche Zielgruppen zu pumpen. Ergänzend zeigte die Bundestagsdrucksache 19/22992 das dahinterliegende System: Ministerien schließen selten Direktverträge mit Akteuren ab. Sie schalten Mediaagenturen als Generalunternehmer dazwischen.

2. Der Anti-Dampf-Komplex: Die Akteure und das Trio des Dogmas

Beim Thema E-Zigaretten und Nikotin läuft das Vorgehen subtiler als bei der plakativen Corona-Werbung. Bekannte Lifestyle-Creator für Anti-Dampf-Parolen einzukaufen, birgt ein hohes Glaubwürdigkeitsrisiko. Stattdessen stützt sich die Bundesregierung auf ein Dreieck aus Behörde, Wissenschaft und Lobbyvereinen:

  1. BIÖG (Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, ehemals BZgA): Die nachgeordnete Behörde des BMG fungiert als Exekutive. Sie verwaltet die Haushaltstitel für Suchtprävention und betreibt die zentrale Plattform rauchfrei-info.de.
  2. DKFZ (Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg): Die staatlich finanzierte Großforschungseinrichtung liefert die passenden Textbausteine. Die Stabsstelle Krebsprävention versorgt Politik und Leitmedien mit Stellungnahmen, die E-Zigaretten regelmäßig mit Tabakverbrennung gleichsetzen, vor Fruchtaromen warnen und die umstrittene Gateway-These wiederholen.
  3. ABNR (Aktionsbündnis Nichtrauchen e.V.) & Deutsche Krebshilfe: Sie agieren als politische Vorfeldorganisationen. Teilweise institutionell oder projektbezogen aus Bundesmitteln unterstützt, trommeln sie in Pressemitteilungen und Kampagnen für Werbeverbote, Steuererhöhungen und Aromenverbote.

3. Die Agenturen: Wer kassiert die Millionen?

Um die Botschaften des BIÖG und des DKFZ unters Volk zu bringen, bedient sich der Bund spezialisierter Privatunternehmen.

Der Media-Gigant: Carat Deutschland GmbH (Dentsu)

In der Bundestagsdrucksache 20/6676 wird schwarz auf weiß aufgeführt, dass das BMG für Mediaplanung und Schaltungen auf den Rahmenvertragspartner Carat Deutschland GmbH zurückgreift. Carat gehört zum weltweiten Werbe-Netzwerk Dentsu.

Die Kreativen: emfaktor GmbH

Während Carat die Werbeplätze bucht, braucht es Produzenten für den Inhalt. Hier kommt seit Jahren die Kommunikationsagentur emfaktor ins Spiel.

4. Die Bundesinitiative „Deine Chance“: Eine glatte Million zum Start

Dass handfeste Haushaltsmittel fließen, belegt ein behördliches Dokument der Bundeszentrale selbst: Das Offizielle FAQ zu „Rauchfrei leben – Deine Chance“.

Dort heißt es auf Seite 1 unmissverständlich:

„Der Haushaltsgesetzgeber hat für die Bundesinitiative ‚Deine Chance‘ für das Haushaltsjahr 2021 rund 1 Mio. EUR zur Verfügung gestellt.“


Gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Nichtrauchen (ABNR) wurde das Portal nutzedeinechance.de ins Leben gerufen. Die Bundesärztekammer dokumentierte diesen Schulterschluss am 16.09.2021 offiziell. Das Ziel: Die Koordination von Ausstiegskampagnen unter strenger Ausklammerung der E-Zigarette als wirksames Instrument zur Schadensminderung.

5. Das Geldnetzwerk der letzten drei Jahre (2023 bis 2026)

Addiert man die relevanten Titel des Einzelplans 15 (Bundesministerium für Gesundheit) der vergangenen drei Jahre, ergibt sich eine realistische Gesamtsumme von 25 bis 35 Millionen Euro:

6. Das amtliche Framing: Die Bundestagsdrucksache 20/412

Wohin diese Maschinerie politisch führt, zeigt der offizielle Regierungsbericht zur Evaluierung des Jugendschutzgesetzes: die Bundestagsdrucksache 20/412.

Das Dokument liest sich wie ein Katalog der DKFZ-Leitsätze. Wissenschaftliche Erkenntnisse zur Risikoreduktion von E-Zigaretten gegenüber der Tabakverbrennung werden an den Rand gedrängt. Im Zentrum stehen Warnungen vor Aromen und die Behauptung eines drohenden Gateway-Effekts bei Jugendlichen. Damit wird die legislative Basis für Steuererhöhungen (Tabaksteuermodernisierungsgesetz) und drohende Aromenverbote zementiert.

7. Der Blick über die Grenze: Bezahlte Influencer in der Schweiz

Wer wissen will, wie Behörden agieren, wenn sie Influencer ganz offen auf Jugendliche ansetzen, blickt in die Schweiz.

Dort finanzierte der staatliche Tabakpräventionsfonds (TPF), der laut offiziellen Angaben der Bundesverwaltung admin.ch jährlich rund 12 Millionen Franken verwaltet, die Kampagne „VapeCheck“. Wie ein Bericht des Branchenmagazins persoenlich.com zeigt, wickelte die Influencer-Agentur House of Influence die Kampagne ab. Schweizer Creator wie Aditotoro (Adrian Vogt), Maelo und Timon Sommer (alias Timitime) erhielten feste Gagen, um geskriptete Anti-Vape-Comedy in die Timelines zu drücken.

Fazit: PR-Apparat statt echter Schadensminimierung

Die Aktenlage des Bundestages und die Haushaltszahlen belegen ein geschlossenes System. Millionen an Steuergeldern fließen nicht in eine ergebnisoffene Debatte über Tobacco Harm Reduction, sondern in PR-Etats, Mediaagenturen und Kampagnenformate.

Während unabhängige Forscher seit Jahren auf das enorme Schadensminderungspotenzial des Dampfens für erwachsene Raucher hinweisen, finanziert der Staat einen medialen Dauerfeuer-Kreislauf, der E-Zigaretten und Verbrennungstabak in einen Topf wirft. Ein lukratives Geschäft für Agenturen, ein Totalausfall für eine faktenbasierte Gesundheitspolitik.

← Zurück zum Blog Veröffentlicht am 26. September 2026

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