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08. Juli 2026

Eigentor mit Ansage: Wenn der BR-#Faktenfuchs im eigenen Archiv gefangen wird

Eigentor mit Ansage: Wenn der BR-#Faktenfuchs im eigenen Archiv gefangen wird

Es ist mal wieder so weit: Das Thema E-Zigarette und Schadensminimierung (Tobacco Harm Reduction) hat es in die öffentlich-rechtlichen Medien geschafft. Konkret hat sich das Faktencheck-Team des Bayerischen Rundfunks, der BR24 #Faktenfuchs, ein Video von mir vorgeknöpft. Die Schlagzeile des am 3. Juli 2026 erschienenen Artikels lässt bereits tief blicken: Influencer promoten Suchtmittel: Nikotin als Leistungsbooster.

Wer meine Kanäle und meine Arbeit seit 2014 verfolgt, weiß, worum es mir geht: Aufklärung für erwachsene Tabakraucher, die den Absprung schaffen wollen. Der BR strickt daraus lieber die Story vom gefährlichen Social-Media-Lifestyle-Trend. Doch bei dem Versuch, mich als „befangenen Lobbyisten“ und Verbreiter von Mythen darzustellen, ist die Redaktion über ihre eigenen Füße gestolpert.

Hier ist die ganze Geschichte hinter der Recherche – und die eklatanten Widersprüche, die der BR seinen Lesern verschweigt.

Der Versuch, den „Lobby-Strick“ zu drehen

Vor der Veröffentlichung schickte mir das #Faktenfuchs-Team einen Fragenkatalog. Neben fachlichen Dingen wurde schnell die Gretchenfrage nach dem Geld gestellt: Ob ich finanzielle Mittel von der Tabak- oder E-Zigarettenindustrie erhalte.

Ich habe den Journalisten die nackten Fakten auf den Tisch gelegt:

Das passte natürlich nicht ins Narrativ vom „von der Industrie gekauften Influencer“. Zähneknirschend musste der BR im Artikel genau diese Unabhängigkeit bestätigen. Der Versuch, mich wirtschaftlich zu demontieren, war damit vom Tisch. Also schoss man sich auf die Wissenschaft ein.

Das wissenschaftliche Eigentor: Chef gegen Mitarbeiterin

Im aktuellen Artikel wirft mir der BR vor, ich würde Nikotin verharmlosen, wenn ich sage: „Nikotin ist kein Nervengift, sondern ein Stimulans.“ Als Kronzeugin wird Andrea Rabenstein von der Tabakambulanz des Münchner LMU-Klinikums zitiert. Ihre Aussage: „Nikotin an sich ist ein Nervengift. Es gibt kein gesundes Nikotin.“ Meine Argumente bezüglich der Konzentrationsförderung seien ein „Scheinargument“ und ein „Fehlschluss“.

Das Problem für den BR? Ein Blick in das eigene Archiv vom 20.01.2022 deckt ein monumentales Paradoxon auf. Damals veröffentlichte der BR einen großen Ratgeber zum Rauchstopp. Dieser basierte auf einem ausführlichen Fachgespräch mit Dr. Tobias Rüther – dem Leiter der Spezialambulanz für Tabakabhängigkeit an der LMU München und somit dem direkten Chef der jetzigen BR-Expertin!

Und was hat der Klinikchef höchstpersönlich damals im BR als Fakt erklärt? Halten wir die Zitate des Vorgesetzten gegen die heutigen Aussagen seiner Mitarbeiterin:

„Nikotin an sich ist eigentlich nicht sonderlich giftig, gefährlich sind die Stoffe, die bei der Verbrennung entstehen.“ „Raucher sterben nicht am Nikotin, sondern an den Verbrennungsstoffen.“

„Niedrig dosiert kann Nikotin sogar zu einer gesteigerten Leistungsfähigkeit und zu einer verbesserten Gedächtnisleistung führen.“


Wenn ein renommierter Professor und Suchtforscher diese medizinischen Fakten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk darlegt, ist es seriöser Journalismus. Wenn ich Jahre später exakt dieselben Fakten nenne, um Rauchern die Angst vor dem reinen Nikotin beim Umstieg auf die E-Zigarette zu nehmen, wird es zum gefährlichen „Influencer-Trend“ deklariert. Dafür wird dann im selben Sender eine Angestellte des Professors zitiert, die den publizierten Aussagen ihres eigenen Chefs widerspricht. Genau mein Humor.

Die Antwort des BR: Ignoranz statt Argumente

Ich habe der Redaktion des #Faktenfuchs diese Fakten und Widersprüche im Vorfeld glasklar übermittelt. Die „Antwort“ des BR könnt ihr im fertigen Artikel bewundern: Statt auf die offensichtlichen Widersprüche im eigenen Haus einzugehen, bügelt die LMU-Mitarbeiterin die wissenschaftlichen Standpunkte ihres eigenen Chefs einfach als „Scheinargument“ ab. So einfach macht man sich die Welt beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk, wenn das Ergebnis der „Faktenprüfung“ schon vor der Recherche feststeht.

Diese Rosinenpickerei zieht sich durch den gesamten Beitrag. Dem Faktenfuchs-Team habe ich die renommierte MIND-Studie von Prof. Paul Newhouse (Vanderbilt University) übermittelt, die seit Jahren die positiven Effekte von isoliertem Nikotin auf das Gedächtnis von Alzheimer-Patienten untersucht. Im Quellenverzeichnis ganz unten im Artikel taucht die Studie ordnungsgemäß auf – die Redaktion musste sie nennen, um die journalistische Sorgfaltspflicht zu erfüllen. Im eigentlichen Text wird sie jedoch mit keinem einzigen Wort erwähnt. Warum? Weil sie das einfache Schwarz-Weiß-Bild vom „reinen, nutzlosen Gift“ komplett zerstört hätte.

Warum ich das mache

Die Berichterstattung zeigt einmal mehr, wie voreingenommen und emotionalisiert die Debatte um das Dampfen in Deutschland geführt wird. Anstatt die riesige Chance der Schadensminimierung für Millionen Raucher sachlich zu diskutieren, flüchtet man sich lieber in altbekannte Feindbilder.

Die offizielle Feedback-Mail mit dieser epischen Breitseite aus ihrem eigenen Archiv liegt der Redaktion inzwischen vor. Am Ende des Tages bleibt die Realität, die mir kein Medienbericht wegdiskutieren kann: Ich war selbst 24 Jahre lang schwerer Tabakraucher. Die E-Zigarette hat mein Leben gerettet und meine Gesundheit massiv verbessert. Und genau deshalb werde ich auch weiterhin unabhängig, transparent und auf Basis echter Wissenschaft aufklären. Denn jeder Raucher, der den tödlichen Verbrennungsrauch gegen eine saubere Alternative eintauscht, ist ein Gewinn. Egal, was die Füchse im Walde dazu sagen.

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